Die Cinque Terre – Unsere Wanderung abseits des Trubels

Nachdem wir aufgrund des Wetters Genua gestern vorgezogen hatten, stand heute die Cinque Terre auf dem Plan. Die Voraussetzungen konnten nicht besser sein. Schon zum Frühstück schien die Sonne und keine Wolke war am Himmel zu sehen.

Nun war nur noch die Frage zu beantworten, wie wir die Terre angehen wollten.

Ok, eine Bootsfahrt, die nacheinander alle fünf Dörfer ansteuert und das zu einen Schnäppchenpreis von 64 Euro pro Person, kam für uns überhaupt nicht in Frage. Den Küstenweg, der alle fünf Dörfer miteinander verbindet und Maut kostet auch nicht. Zudem hatte ich gelesen, dass das Geld gar nicht zum Erhalt der Dörfer genutzt wird.

In unserem Wanderführer fanden wir eine Tour, die laut Beschreibung über die Wallfahrtskirchen der Dörfer geht und trotzdem alle Dörfer mit einbezieht. Da uns die Gesamtestrecke etwas zu lang vorkam, beschlossen wir, nur einen Teilabschnitt zu gehen. Wir entschieden uns für Strecke von Vernazza nach Monterosso al Mare.

Mit dem Zug fuhren wir nach Vernazza. Dass wir uns langsam einem touristischen Highlight näherten, zeigte uns die Tatsache, dass die Anzahl Japaner pro Quadratmeter drastisch zunahm.

In Vernazza angekommen war am Hafen schon eine Menge los.

Cinque Terre

Was die Bahn nicht schaffte, erledigten Boote. Fast im Minutentakt brachten sie neue Touristen in den Ort.

Wir kehrten sofort um und begaben uns zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Unser Wanderführer hatte uns auch einen herrlichen Blick über den Hafen von Vernazza versprochen. Also begannen wir unseren Aufstieg. Und es war wie immer. Kaum hatten wir einige Höhenmeter hinter uns gebracht, trafen wir keinen Menschen mehr.

Cinque Terre

Nur noch Ruhe um uns herum. Herrlich. Und dann der versprochene Blick auf Vernazza. Atemberaubend!

Weiter ging der Weg über Serpentinen landeinwärts hinauf. Begleitet wurden wir von unzähligen kleinen Eidechsen. Überall raschelte es am Rande des Wanderweges. Und nach jeder Kehre bot sich ein neuer sensationeller Blick auf Vernazza und das Meer.

Wir wanderten durch Weinberge und Olivenbäume hoch bis zur Kirche Nostra Signora di Reggio.

Cinque Terre

Auf dem Kirchplatz legten wir erstmal eine Pause ein und genossen den tollen Blick. Schließlich lag eine knappe Stunde Aufstieg hinter uns. Danach folgten wir weiter dem Santuario Nostra Signora Soviore zur gleichnamigen Walfahrtskirche.

Ein Stück ging es entlang einer Fahrstrasse bevor der Weg in einer Kehre wieder zum Wanderpfad wurde. Der Pfad wurde schmaler und führte nun durch niedrige Macchia hoch über der Steilküste am Berg entlang. Und immer wieder bot sich ein herrlicher Blick zurück auf Vernazza und die Cinque Terre Dörfer Corniglia und Manarola, voraus auf Moterosso al Mare.

Cinque Terre

Nach unzähligen Eindrücken erreichten wir die Wallfahrtskirche. Von hier ging es auf einem steinigen Weg hinunter nach Monterosso.

Cinque Terre

Dort trafen wir wieder auf Hunderte von Japanern und Amerikanern, die sich mit uns den Zug Richtung Genua teilen wollten. Dank dem Durchsetzungsvermögen von Angela hatten wir einen Sitzplatz ergattert. Und mit Recht. Schließlich hatten wir im Vergleich zu den Boots- und Zugtouristen ja auch was getan.

Fazit:

Die touristische Cinque Terre brauchen wir nicht.

Unser Tip:

Wer die Dörfer sehen, dies aber mit einer Wanderung in Ruhe und Einsamkeit (wir habe 10 Wanderer getroffen) verbinden möchte, der sollte die überlaufene Küsten-Maut-Wander-Autobahn links liegen lassen und einmal die Wanderungen über die Wallfahrtskirchen ausprobieren.