Der Spitzingsee – jaja lüddiiieee und ein Kontrabass

Spitzingsee

Wir sind am Spitzingsee gelandet. Nach dem Frühstück wollen wir uns heute zu einer Wanderung aufmachen. Da wir den Morgen wieder etwas verbummelt hatten, kamen wir erst um 10:30 Uhr los. Zu spät für die Temperaturen!

Schon beim Aufstieg zur unteren Firstalm bekamen wir die ganze Hitze zu spüren. Ging der erste Abschnitt vorbei an der Kratzerhütte noch durch den Wald, so verlief der Rest des Weges bis zur unteren Firstalm in der Sonne. Bei 29 Grad kein Spaß.

Spitzingsee

Von der Firstalm wählten wir den Aufstieg zum Suttenstein. Auch dieser Weg verlief fast ausschließlich in der Sonne. Wir waren uns schnell einig, dass wir noch weiter bis zur Jagahütte laufen und dann die Bahn nach unten nehmen würden. Bei solchen Temperaturen sollte man nicht wandern!

Erstes kommt es anders und zweitens als man denkt.

Über den Stümpfling erreichten wir die Jagahütte. Allen Vorhaben zum Trotz entschieden wir, nach einer Pause, auf den Roßkopf weiterzulaufen. Auf diesem Abschnitt begegneten uns alle Wanderfreunde, die mit der Stümpflingbahn hochfahren und sich dann die letzten Meter in einer Art Kampf um Leben und Tod dem Gipfelkreuz des Roßkopf entgegegen werfen. Leider hat der ein oder andere „Preiß“ trotzdem noch genug Luft für Peinlichkeiten. Ich bin kein Bayer und ich kann auch nicht jodeln. Und mir würde es nie in den Sinn kommen, es zu versuchen. Schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Weil ich aber ein toleranter Mensch bin, lasse ich den anderen ihren Spaß. Ein Holeradulijö würde ich auch noch durchgehen lassen. Aber Leute, “ ja, ja lüdddiiiii“ ist doch nicht wirklich euer Ernst?

So steigen wir gemeinsam mit jodeldiplomierten Flachlandtirolern und drei Chinesen mit dem Kontrabass zum Roßkopf auf. Am Gipfelkreuz ist ein Gedränge wie früher beim Sommerschlussverkauf. Wir hauen ab Richtung Rotkopf. Den wollten wir noch mitnehmen, bevor wir über den Grünsee wieder zum Spitzingsee absteigen. Kaum hatten wir den Roßkopf verlassen, waren die Jodler und Kontrabassisten auch weg. Hier fährt ja auch keine Bahn.

Wir liefen auf einem wunderschönen Waldweg Richtung  Rotkopf und Stolzenberg.

Spitzingsee
Spitzingsee

Vor lauter Begeisterung verpassten wir den Abzweig zum Grünsee. Er war zwar von oben zu sehen, doch blieb er heute für uns unerreichbar.

Als wir fast schon nicht mehr daran geglaubt hatten, kam dann doch noch der Abzweig! Zwar nicht zum Grünsee, aber wenigstens zum Spitzingsee. Den nahmen wir und traten so den Rückweg zum Womostellplatz an. Einen letzten Halt machten wir in der Albert-Link-Hütte. Ob man diese Hütte empfehlen kann, können wir leider nicht sagen. Wir hatten beschlossen, es aufgrund der unfreundlichsten Bedienung ever, bei einem Getränk zu belassen.

Zurück am Wohnmobs nahm Angela noch ein kühles Bad im 19 Grad kalten Spitzingsee. Mir reichen da schon die Gedanken an die Temperatur um abzukühlen.